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Literaturmuseum Romantikerhaus
Städtische Museen Jena
Eine Einrichtung von JenaKultur.
Unterm Markt 12a
07743 Jena

Tel. +49 3641 49-8249
Fax +49 3641 49-8245
romantikerhaus@jena.de

Pädagogische Hausleitung
Romantikerhaus
Philipp Albrecht

Leiter Romantikerhaus
i. V. Dr. Ulf Häder

Direktor
Städtische Museen Jena
Dr. Ulf Häder

Werkleitung
Jonas Zipf (Werkleiter)
Carsten Müller
Thomas Vogl

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Caroline-Schlegel-Preis der Stadt Jena 2020

Caroline Schlegel_Schelling  ©Romantikerhaus
  ©Romantikerhaus HJena


Bereits zum achten Mal wird im September 2020 der Caroline-Schlegel-Preis der Stadt Jena vergeben. Im Andenken an die Frühromantikerin und Namenspatronin des Preises werden herausragende Leistungen im Genre Essay gewürdigt.
Der Hauptpreis ist mit 5.000 €, der Förderpreis, der sich an Schreibende am Beginn ihres literarischen Schaffens richtet, mit 2.500 € dotiert. Zugelassen im Wettbewerb sind alle deutschsprachigen Texte, die entweder von den Autorinnen und Autoren selbst oder auf Vorschlag wichtiger Verlage, literarischer Institutionen und Vereine eingesandt werden. Einsendeschluss ist der 15. Juni 2020. Die Preisverleihung findet am 5. September 2020 im Literaturmuseum Romantikerhaus Jena statt.

Caroline Schlegel (1763–1809) – Die Namenspatronin des Preises

Kennen Sie Caroline?
Keine Ahnung? Nur ein Name ohne Zusammenhang?

In unserem Fall ist es Caroline Michaelis.
Sie war die Tochter des berühmten Göttinger Universitätsprofessors Michaelis, Jahrgang 1763. Das hilft Ihnen nicht weiter?

Wie ist es mit Caroline Michaelis Böhmer?
Den Namen ihres Mannes Franz Böhmer, Mediziner in Clausthal, trägt sie seit 1784. In der Abgeschiedenheit des kleinen Harzstädtchens entwickelt die begabte und gebildete Caroline ihr Talent als Briefeschreiberin. Dieser Name sagt Ihnen immer noch nichts?

Dann weckt vielleicht Caroline Michaelis Böhmer Schlegel Erinnerungen an eine femme fatale des 18. Jahrhunderts?
Die Witwe Böhmer, als Jakobinerin verdächtigt, auf der Festung Königstein in Haft, gesellschaftlich verrufen, wird durch die Ehe mit August Wilhelm Schlegel wieder salonfähig. Sie wird das weibliche Zentralgestirn des Jenaer Frühromantikerkreises.

Caroline Michaelis Böhmer Schlegel Schelling
Wir wissen, dieses Wortungetüm hat Caroline nie als Namen getragen. Der Philosoph Schelling, den sie in Jena kennenlernt, wird die größte Liebe ihres Lebens. Auf der Suche nach ihrem Lebensglück verstößt die „Dame Luzifer“ mutig gegen die Konventionen ihrer Zeit und trennt sich von August Wilhelm Schlegel.

Dr. Dorothee Schmitz-Köster, Journalistin und Autorin, Berlin
Dr. Sandra Kerschbaumer, Literaturwissenschaftlerin an der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Dr. Jens-Fietje Dwars, Schriftsteller und Redakteur, Jena

I. Präambel
Um die Brüder August Wilhelm und Friedrich Schlegel und deren Frauen Caroline und Dorothea gruppierte sich um 1800 jener Kreis von Literaten, Philosophen und Naturwissenschaftlern, der als „Jenaer Frühromantik“ in die europäische Kulturgeschichte einging. Auf der Suche nach einer neuen Form der „Symexistenz“ entwickelte sich aus dem frühromantischen Salon das Ideal der romantischen Geselligkeit. Die Briefe der Caroline Schlegel und die vieler Zeitgenossen bezeugen, dass Caroline in ihrer Wirkung auf die Frühromantiker mehr war als eine Salondame. Treffsicherheit und Spottlust in ihren Briefen lassen eine Frau erkennen, die Partnerin, Ratgeberin und geselliger Mittepunkt eines Zirkels von Intellektuellen war, dessen Wesen sich im lebendigen Austausch von Gedanken und Gefühlen bestimmen sollte. Nach Carolines Tod schrieb ihr Mann, der Naturphilosoph Schelling: “… dass dieses Meisterstück der Geister nicht mehr ist, dieses seltene Meisterstück von männlicher Seelengröße von dem schärfsten Geist, mit der Weichheit des weiblichsten zartesten liebevollen Herzen vereinigt. Oh, etwas derart kommt nicht wieder.“

II. Ausschreibungs- und Wertungsmodus
Im Frühjahr 2000 wurde mit der Wiedereröffnung des rekonstruierten
Jenaer Romantikerhauses als Literaturmuseum erstmals der Caroline-
Schlegel-Preis der Stadt ausgelobt. Seit der Verleihung im Herbst 2002
wird er im Turnus von drei Jahren vergeben.
Gewürdigt werden sollen in Anlehnung an das Wirken der Namenspatronin
des Preises herausragende Leistungen im Genre Essay,
die sich durch ein hohes sprachliches und stilistisches Niveau und eine
vertiefte gedankliche Durchdringung des gewählten Themas auszeichnen.
Die Bewerbung ist offen, zugelassen zum Wettbewerb sind alle
deutschsprachigen Texte, die entweder von den Autorinnen und Autoren
selbst oder auf Vorschlag der Verlage, literarischer Institutionen und
Vereine eingesandt werden. Die Einreichung ist auf einen Text je Autorin,
je Autor beschränkt.
Der für den Hauptpreis vorgeschlagene Text sollte dabei als pars pro
toto eines Gesamtschaffens stehen. Als Kriterium für die Aufnahme
in den Kreis der Bewerberinnen und Bewerbern um den Förderpreis
gilt neben den qualitativen Anforderungen, dass sich die betreffenden
Autorinnen und Autoren am Beginn Ihres Schaffens befinden. Von der
Festschreibung einer Altersgrenze wird abgesehen.
Die eingereichten Texte dürfen den Umfang von 15 Normseiten á
1.500 Zeichen inkl. Leerzeichen nicht überschreiten. Sollten sie
bereits veröffentlicht sein, darf die Veröffentlichung nicht länger als zwei
Jahre zurückliegen. Einzureichen sind vier Exemplare des Textes in
Papierform, die für Jurierungs- und Dokumentationszwecke beim Veranstalter
verbleiben. Der Bewerbung ist unter Angabe des Geburtsdatums
eine Kurzvita zum persönlichen und literarischen Werdegang beizufügen.

III. Jury
Das von einem privaten Sponsor zur Verfügung gestellte Preisgeld in Höhe von insgesamt 7.500 € wird in der Regel in einen Hauptpreis, dotiert mit 5.000 €, und einen Förderpreis, dotiert mit 2.500 €, geteilt. Gegebenenfalls kann die Jury auch eine andere Teilung vornehmen. Als Ausrichter bzw. Veranstalter fungiert die Stadt Jena, namentlich das Romantikerhaus, Museum der Deutschen Frühromantik der Stadt Jena.

Der Veranstalter kann in Absprache und Beratung mit der Jury, anderen Fachleuten und dem Stifter Änderungen an den Grundsätzen vornehmen.

Preisträger 2017

Hauptpreis: Christoph Dieckmann

für den Essay "Mein Abendland. Die Ostverbindung"

Förderpreis: Ronya Othmann

Für den Essay "Eine Blume, grün, rot und gelb"

Preisträger 2014

Hauptpreis: Andreas Dorschel (Wien, Österreich)

für den Essay "Ein Brief der Korinther an Paulus"

Förderpreis: Nancy Hünger (Erfurt)

für den Essay "Die Stunde der Schatten - zu Wolfgang Hilbigs Erzählung Alte Abdeckerei"

Preisträger 2011

Hauptreis: Ina Hartwig

für den Essay „Die absolute Freiheit der Sinne“

Förderpreis: Christina Müller-Gutowski

für den Essay „Goethe und die Linie 6“

Förderpreis: Nadja Mayer

für den Essay „Die Digitalisierung der Empfindungen“

Preisträger 2008

Hauptreis: Thomas Hürlimann

für den Essay "Über die Treppe"

Förderpreis: Dietmar Ebert

für den Essay „Vielleicht doch ein Roman – Nachdenken über Kertész‘ Dossier K.“

Preisträger 2005

Hauptreis: Sonja Hilzinger

für den Essay „Manchmal bin ich ein Vogel“

Preisträger 2002

Hauptreis: Burkhard Spinnen

für den Essay „Skandal“

Förderpreis: Kai Agthe

für den Essay „Diese Maschine ist delicat wie ein kleiner Hund und macht
viel Noth.“

Preisträger 2000

Förderpreis: Juli Zeh

für den Essay „Justitia in Schlaghosen“

Förderpreis: Steffen Kopetzky

für den Text „Justitia in Schlaghosen“

Bereits zum achten Mal wird im September dieses Jahres der
Caroline-Schlegel-Preis der Stadt Jena vergeben.
Der Hauptpreis ist mit 5.000 € und der Förderpreis mit 2.500 € dotiert.
Die Bewerbung ist offen, zugelassen sind alle deutschsprachigen Texte,
die den näher unter den "Grundsätzen" des Preises genannten Kriterien entsprechen:
Maximal 15 Normseiten á 1.500 Zeichen inkl. Leerzeichen und Angaben zum persönlichen
Werdegang jeweils in vierfacher Ausfertigung
(Zusendung per Post oder persönliche Abgabe
im Romantikerhaus)

Einsendeschluss: 15. Juni 2020

Preisverleihung: 5. September 2020

JenaKultur, Romantikerhaus Jena
z.Hd. Herrn Philipp Albrecht
Unterm Markt 12 a, 07743 Jena
Rückfragen unter Telefon 03641 498240 und 498249,
philipp.albrecht@jena.de,
bildung-romantikerhaus@jena.de
Internet: www.romantikerhaus-jena.de

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